Robert Coyne Jaki Liebezeit -- The Obscure Department

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Meyer Records
Klang 1 Pressung 1
180 g, handsigniert
ArtikelNr: NO 194sig
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Von Jaki Liebezeit handsignierte Exemplare


Robert Coyne - vocals, acoustic guitar, keyboards
Jaki Liebezeit - drums.

Aufnahmen, Mixing und Mastering durch Reinhard Kobialka in den Topaz Audio Studios.
Metal Mastering durch Günter Pauler bei Pauler Acoustics, Northeim
Design & Photos von MEYER ORIGINALS.

Eigentlich ist das Album ein Duo-Projekt, streng genommen aber auch nicht. Warum?
Weil für das with Labelchef Werner Meyer verantwortlich zeichnet. Ohne seine Kreativität, Kontakte und Liebe zur Musik, zur Kunst, wäre diese Langspielplatte sicher nie zustandegekommen. Und das wäre sehr schade gewesen. Diese Musik strahlt eine solche Tiefe, gleichzeitig auch Leichtigkeit und Ruhe aus, die man woanders lange suchen muss. Auch die Harmonie zwischen den beiden Hauptdarstellern ist unüberhörbar. Die herrlich offen klingende Akustik-Gitarre von Coyne verschmilzt und verwebt sich so genial mit Liebezeits Schlag-Werk. Die Art und Weise wie Coyne seine Gitarre spielt ist dabei phänomenal. Man meint oft es seien zwei Gitarren am Werk. Coyne versteht es meisterhaft seine Basslinien und seine Melodien auf den hohen Saiten zu entkoppeln. Vielleicht kommt ihm hier auch zu Gute, dass er bei der legendären Band „The Barracudas“ den Bass zupft. Mit ihr war er dieses Jahr - auch in Deutschland - auf Tournee.
Coynes Stimme ist auf wundersame Weise warm, einfühlsam und nach-hall-tig. Der Sohn von Kevin Coyne hat seinen ganz eigenen Platz als eigenständiger Künstler gefunden. Dies spürt man auch, wenn man seine ausgereiften Lyrics liest, die poetisch und skizzenhaft in unbekannt spannende Gefilde vorstoßen und eindringlich haften bleiben. Sensibel setzt sich Liebezeit mit all seinem Können ein. Die Can-Legende braucht sich und anderen nichts mehr beweisen. Seine Musikalität ist genial und sorgt dafür, dass das Album richtig Spaß macht und zum Immer-Wieder-Auf-Den-Plattenteller-Legen zwingt. Das Werk ist voller Überraschungen. Coynes aberwitzige Melodiebögen, die oft gewürzt mit archaischen Blues-Riffs kommen, befreien in jedem Moment von Langeweile. Bei White Residue kommen gleich drei Gastmusiker zum Einsatz. Der langjährige Schlagzeuger von Kevin Coynes Paradise Band Werner Steinhauser sorgt für den Groove, während Aglaja Camphausen am Cello und Paul Diemer an der Violine lyrisch-tönende Klang-Tupfer malen. Wunderschön das von Coyne gespielte Keyboard bei Laugh Now. Mit dem fast mysthischen Titelsong The Obscure Department schließt die rundum gelungene Produktion.
Eines aber fällt hier ganz leicht zu schreiben. Nämlich zum Klang der Platte. Er ist über alles erhaben, erdig und doch dynamisch und herrlich durchhörbar. Es wäre kein Wunder, wenn diese Produktion einer der nächsten Boxentest-Klassiker werden würde.
Bleibt noch zu erwähnen, das dass viereckige Klappcover mit tollen Photos und das Innersleeve mit allen Texten kommt.
Bei dieser Produktion stimmt einfach alles. Man sollte schnell zugreifen.

Mit „The Obscure Department“ veröffentlicht der Sänger, Gitarrist und Songschreiber Robert Coyne nach „Woodland Conspiracy“ sein zweites Album auf Meyer Records. Robert Coyne with Jaki Liebezeit steht auf dem Cover, denn der Sohn des britischen Multitalentes Kevin Coyne hat seine zwölf Songs mit dem legendären Can-Drummer aufgenommen. Subtil wie Liebezeit trommelt, bleibt die Simplizität und Intimität von Coynes Songpoesie erhalten und seine smarte Stimme immer im Mittelpunkt des Geschehens. Eine interessante Versuchsanordnung, ein gelungenes Experiment.

Und hier noch die Rezension von Detlef Kinsler
Ein Joint Venture der besonderen Art: Robert Coyne, 1969 als Sohn des 2004 verstorbenen Musikers, Malers und Autoren Kevin Coyne geboren, trifft auf Jaki Liebezeit, einer der deutschen Avantgarde-Rock-Legenden. Dass die beiden an einem Projekt zusammen gearbeitet haben, geht auf die Idee von Labelchef Werner Meyer zurück. Eine inspirierende wie kühne Idee!
Für sein erstes Album für Meyer Records bekam Robert Coyne beste Kritiken. So lobte Thomas Schmidt „Woodland Conspiracy“ 2010 in LP, dem Magazin für analoges HiFi & Vinyl-Kultur: „Mutig ist es ja schon: Sich über ein ganzes Album, nur mit der Gitarre beziehungsweise dem Fender Rhodes vor ein Mikrofon zu setzen und die eigenen Stücke vorzutragen, fest im Vertrauen darauf, dass der Spannungsbogen trägt. Um es kurz zu machen: Robert Coyne kann das.“ Sechzehn intime und melancholische Song-Miniaturen, eine faszinierende Stimme zu einer scheinbar einfachen Gitarrenbegleitung, die „sich im Verlaufe des Albums mehr und mehr als fast vollwertiger Ersatz für eine ganze Band erweist“, ließ für das Magazin nur ein Fazit zu: eine echte Neuentdeckung.
Dabei hatte Robert, 1969 als Sohn des 2004 verstorbenen Musikers, Malers und Autoren Kevin Coyne quasi erblich vorbelastet, mit „Death Is Not My Destiny“ auf Turpentine Records drei Jahre vorher schon sein Solo-Debt ver- öffentlicht, das trotzdem ein Bandalbum war. „Die Musik reflektiert Rock'n'Roll-Einflüsse, die von 50s-Vokalgruppen wie The Paragons, Chimes, Sonics und Flamingos bis zu Hard Rock-Bands 'a la Bloodrock and Blue Öyster Cult in den Siebzigern reichen“, wurde „Death...“ beworben. Lindsay Hutton schrieb im Online-Magazin The Next Big Thing von einem „Klassiker“, der wahrscheinlich unterbewertet bleiben wird. Aber das war ja erst der Anfang für Robert Coyne, denn davor war er „nur“ Gitarrist, hatte u.a. mit Eric Burdon, The Barracudas, The Scientists, Amy Rigby, Spooky Tooth und Sky Saxon gearbeitet. Den Snger in sich sprte er gerade erst auf. „Singen ist fr mich immer noch eine relativ neue Erfahrung“, bekennt Coyne. „Meine Stimme verändert sich immer noch, mein Ziel bleibt dabei, so sehr wie nur möglich nach mir selbst und nicht nach einem anderen zu klingen“, reagiert er auf die Frage nach dem „special flavour“ seines Gesanges, der die Stücke prägt und trägt. Seit „Woodland Conspiracy“ verfolgt der Songschreiber eine „Less is more“-Idee. „Ich habe eine Menge kompliziertes, komplex Arrangiertes in der Vergangenheit gespielt, auch das kann auch sehr effektiv sein“, betont er. „Die Songs auf dieser Platte sind bewusst ziemlich nackt, direkt und unmittelbar, als Kompositionen und was die Instrumentierung betrifft.“
Auf dem neuen Albums „The Obscure Department“ heißt es nun überraschend Robert Coyne with Jaki Liebezeit und zwei Charakterköpfen zieren das Cover. „Ich wollte einfach, dass die neue Platte anders klingt als die vorherige“, erklärt der Brite das Joint Venture mit der deutschen Avantgarde-Rock-Legende. „Und ich dachte, etwas Interessantes, auch Neues könnte aus einer stärker rhythmusorientierten Annäherung entstehen meist einfach nur Schlagzeug zu akustischer Gitarre.“ Werner Steinhauser, ein enger Freund und langjhriger musikalischer Begleiter seines Vaters, kam ihm in den Sinn. Er ist auf einer Nummer der aktuellen CD dabei. Labelchef Werner Meyer brachte Jaki Liebezeit ins Spiel. „Das war eine absolut inspirierende wie kühne Idee“, musste Coyne zugeben. „Da wäre ich nie von selbst drauf gekommen, denn Jaki ist ein mythische Figur für mich, dessen Musik mit Can und auch die Platten, die er mit Michael Rother gemacht hat, ich immer gehröt habe.“ Begeistert erinnert er sich immer noch äußerst lebendig daran, wie Daddy sein Exemplar von Cans „Monster Movie“ aus der Post fischte. „Ich war noch ein Kind, sieben oder acht Jahre alt, war aber sofort begeistert von der Plattenhülle und wenig später auch von der Musik.“
Die Faszination blieb, der Geistesblitz erfüllte sich mit Leben, Coyne war sich schnell sicher, Liebezeit wäre die richtige Wahl. „Ich hatte schon ein paar sich wiederholende, auf Riffs basierende Motive für ihn im Kopf, denn Jaki ist der Meister repetitiver Grooves, der beste auf der Welt, ohne Zweifel. Andererseits ist er ein sehr musikalischer Drummer und meine Hoffnung war: wenn er auf meinen Songs spielt, würden sie sparsam, dabei klangfarbenreich und voll- kommen zugleich klingen. Ich glaube das ist uns auch gelungen.“ Auf einem Schwarzweiß-Bild in der Mitte des CD- Booklets sieht man die Beiden wie in einer „Versuchsanordnung“, auf der Suche nach der richtigen Chemie. „Das Foto wurde in Jakis Übungsraum in Köln geschossen als wir uns das erste Mal trafen und miteinander spielten“, erzhlt Coyne. „Draußen schneite es heftig und ich war sehr nervs. Jaki ist ein sehr stiller Typ und ich war total gerhört, denn er hatte Tee vorbereitet weil er wusste, dass ich Englnder bin. Das half mich zu entspannen.“ Als Liebezeit dann seiner Interpretation von Coynes Songs trommelte, war das allerdings zunächst ein kleiner Schock für den Komponisten. „Natürlich spielte er etwas komplett Anderes als ich mir ursprünglich vorgestellt hatte, darauf musste ich mich erst einmal einstimmen. Aber das war eine tolle Herausforderung und so wurde es zu einer wirklich authentischen, aufrichtigen Zusammenarbeit mit einem originren Ergebnis..“
Schaut man sich die Lyrics an, so sind die nicht minder charakteristisch, können manchmal ein kurzer Vierzeiler sein, sind aber immer Poesie. Was die Themen angeht, so hat Coyne keine, die er favorisiert. „Ich habe auch keine Technik beim Texten, ich bin da auf die Gnade meiner Inspirationen angewiesen. Manchmal formen sich die Wrter fast von selbst, meist nach und nach, mitunter aber auch ganz plötzlich und auf einmal wie eine kleine Explosion“, verrät der Musiker. „Viele meiner Songs handeln übrigens von Außenseitern und Eigenbrötlern und da gibt es dann tatschlich eine Übereinstimmung mit der Arbeit meines Vaters. Keine Ahnung, warum das so ist, vielleicht weil ich mich selber als Outsider sehe wie auch mein Vater einer war. Es hat mich übrigens berrascht zu entdecken, wie Poesie-nah meine Texte sind, eine Eigenschaft, die mir gefällt.“
Schön zu sehen: anders als bei anderen Kindern, die in die Fußstapfen ihre Eltern treten und je berühmter und kommerziell erfolgreicher die waren oder sind oft gnadenlos scheitern, erlebt Robert Coyne die familiren Bindungen anders. „Ich glaube die Leidenschaft meines Vaters für die Musik war ein weit größerer Einfluss auf mich und mein gesamtes Leben als konkret die Lieder, die er gesungen hat, so sehr ich die auch liebte. Ich weiß nicht, ob es so etwas wie musikalische Gene als Erbgut wirklich gibt, aber es ist eine schöne Vorstellung. Dad war im Grunde ein Genie. Wir waren uns sehr nah, sehr ähnlich in gewisser Weise, was unsere Kommunikation einfach machte, aber andererseits waren wir auch sehr unterschiedliche Menschen.“
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