Eric Andersen -- Shadow And Light Of Albert Camus

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Meyer Records
Klang 1 Pressung 1
2 x 10", 180 g. 45 rpm
ArtikelNr: NO 190sig
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Von Eric Andersen handsigniertes Exemplar!

Eric Andersen: vocal, piano, guitar
Michele Gazich: violin, piano

Aufnahmen 2014.

Dass der amerikanische Singer-Songwriter Eric Andersen auf seine alten Tage bei Meyer Records gelandet ist, kann schon wirklich als ganz besonderer Glücksfall gelten. In den 60ern wohnte Andersen in New York, gehörte dort mit Bob Dylan, Phil Ochs, Peter, Paul & Mary und zahlreichen anderen namhaften Kollegen zur Keimzelle der jungen poetischen Folk- und Songwriterszene. Gemeinsame Tourneen und Aufnahmen mit The Band, The Grateful Dead, Joni Mitchell oder Joan Baez folgten - doch mit dem Abflauen der Folkwelle wurde es auch still um Andersen. Der zog sich nach Oslo zurück, und ließ für einige Zeit das Musikbusiness links liegen. Doch in den letzten Jahren legt der Altmeister noch einmal los, und spätestens mit seinem bei Meyer Records erschienenen „Cologne Concert“ hat er auf jeden Fall die Herzen der deutschen Audiophilen-Gemeinde erobert.
Jetzt gibt es mit „Shadow And Light Of Albert Camus“ ein wirklich besonderes Kleinod, das einmal mehr Andersens wundervolle Musik mit der grandiosen Aufnahmetechnik von Meyer Records verbindet. Hintergrund des originellen Projektes war das „Camus-Jahr“ 2013: allerorten feierte man auf die verschiedensten Arten den 100. Geburtstag des französischen Schriftstellers, Philosophen und Nobelpreisträgers Albert Camus. Der Maler Oliver Jordan etwa schuf eine Ausstellung mit Bildern, die von Werken Camus inspiriert waren, und bat seinen Freund Eric Andersen, Songs und Musik zum Erlebnis dieser Ausstellung beizusteuern. So entstand eine Reihe von Liedern, die ihre Inspiration von Albert Camus beziehen. Vier davon finden sich nun in dieser feinfühlig gemachten EP wieder (deren Cover und Artwork übrigens wiederum von Oliver Jordan stammt).
Veröffentlicht werden diese vier Songs in einem Format, das jeden einzelnen Track zelebriert: zwei 10“-Platten mit 45 rpm, je ein Song pro Seite. Das lässt man nicht einfach so nebenher laufen, da wird jeder Song zum eigenen Erlebnis. Und die Qualität für ein solches Erlebnis haben Andersens Camus-Reflexionen auf jeden Fall.
Die Titel, und damit auch die Themen, der vier Songs entstammen direkt Werktiteln von Camus: „The Plague“ („Die Pest“), „The Stranger“ („Der Fremde“), „The Rebel“ („Der Mensch in der Revolte“) und „The Fall“ („Der Fall“). Der Bezug zu Camus ist mal direkt aus den Handlungen seiner Erzählungen gewebt, mal eher lose an den Grundzügen seiner Philosophie entlang gestrickt, aber immer deutlich spürbar.
Den Anfang macht „The Plague“: verhalten bluesig bringt Andersen Atmosphäre auf seiner Akustik-Gitarre, mit düsterer, gebrochener Stimme singt er vom sinnlosen Tod ohne Entrinnen und vom Verleugnen des Unausweichlichen. Unter den schnell deklamierten Text und die subtil vorwärts treibende Gitarre spannt Michele Gazich (der auch schon beim „Cologne Concert“ dabei war) langsam verdrehte Fallstricke mit seiner Violine, um sich zwischendurch auf ein paar gezupfte Klangtupfer zurückzuziehen, bei denen die Violine mehr an Dobro oder Banjo erinnert.
Auf Seite zwei dann „The Stranger“: Neben Andersens Stimme und Gazichs Violine gibt es hier auch noch Gazich am Piano zu hören. Sachte dahinperlend wie ein Meeresstrand, der im Lied auch besungen wird: so gewinnt Andersen hier Camus Geschichte vom notorisch gefühllosen Antihelden eine überraschend romantisch einnehmende Seite ab - und was Michele Gazich an der Violine hier abliefert, das ist ebenso originell wie auf den Punkt gebracht.
Auf Seite drei kommt bei „The Rebel“ der 60er-Jahre-Rebell in Andersen mit voller Wucht durch: in der Revolte sah Camus die einzige Möglichkeit, dem Leben Sinn zu geben, und dass das Andersen gefällt, hört man deutlich: druckvolle Gitarre, starke Worte, mutig nach vorne gespielt: ein musikalischer Aufruf zur Revolte, der einen richtig wachrüttelt.
Der Abschluss, „The Fall“, bietet noch einmal völlig neues: erstmals hört man hier nicht nur das Duo Andersen/Gazich, sondern dazu einen dick und geerdet aber subtil dahinfließenden Teppich aus Synthie-Klängen und programmierten Drumbeats. Andersen erzählt mehr als dass er singt, vom langen Fall und der unausweichlichen Schwerkraft - selten war bedrückender Existenzialismus schöner.
Nur vier Songs - aber jeder ein echtes Meisterwerk. Und die spartanischen Arrangements wurden von Reinhard Kobialka bei Meyer Records so umwerfend präsent und hautnah eingefangen, dass wirklich keine Wünsche offen bleiben. Das Klangbild ist nüchtern, schlicht, „no nonsense“ - und das passt genial zu dieser Musik, die gerade in dieser Transparenz und Offenheit ungeheuer gut wirken kann. Ein echtes Kunstwerk für Genießer.

Reinhard Kobialka in den Topaz Audio Studios in Köln.
Überspielung-/ Vinyl-Mastering Günter Pauler, Pauler Acoustics, Nordheim
Produziert von Werner Meyer für MEYER RECORDS.
Gepresst bei Optimal auf 180 g-Vinyl


Titel:

side a THE PLAGUE (Song of Denial) 04:56
side b THE STRANGER (Song of Revenge) 05:04
side c THE REBEL (Song of Revolt) 4:54
side d THE FALL (Song of Gravity) 11:28
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